Delegiertenkonferenz des Sächsischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes
Rückblick: Delegiertenversammlung in Dresden setzte wichtige Impulse
Dresden, 30. März 2026 – Am vergangenen Freitag kamen die Delegierten des Sächsischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes in Dresden zusammen.
Gemeinsam für die Zukunft der hausärztlichen Medizin
Zur Eröffnung der Versammlung nutzten sowohl Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, als auch Dr. med. Stefan Windau, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen, die Gelegenheit, um klare Botschaften an Mitglieder und Politik zu richten.
Sie waren sich dahingehend einig, dass man am Primärarztsystem nicht vorbeikomme und Hausärztinnen und Hausärzte mit Lotsenfunktion benötige. Im System können die Hausärztinnen- und Hausärzte aber nur dann bestehen, wenn diese auch selbst ein Mehr an Qualität und Quantität unermüdlich liefern und den hausärztlichen Nachwuchs motivieren. Andererseits muss aber sozialpolitisch der Diskurs darüber geführt werden, was künftig noch an Medizin leistbar und bezahlbar ist.
Im Focus der intensiven Beratungen der Delegiertenversammlung unter Leitung der Verbandsspitze, dem Vorsitzenden Herrn Dr. med. Torben Ostendorf sowie der stv. Vorsitzenden Frau Dr. med. Hennesthal, standen die Weichenstellungen für die kommenden Jahre sowie die aktuellen Herausforderungen in der hausärztlichen Versorgung in Sachsen.
Neben der Bewertung des Geschäftsjahres 2025 standen der Ausblick auf die aktuellen gesundheits- und berufspolitischen Themen für das Jahr 2026 im Vordergrund. Ziel ist es, zentrale Anliegen der hausärztlichen Praxis zu bündeln und gemeinsame Positionen für die zukünftige Verbandsarbeit festzulegen. Dabei wurden u.a. die folgenden Themen diskutiert und beschlossen:
- Abschaffung von Impfstoff-Regressen und eine Reform der bundespolitischen Rahmenbedingungen für die Impfstoffversorgung
- Einführung einer abrechnungsquartalsgleichen Regelwerksprüfung zur Sicherung der Vergütung in HZV-Praxen
- Etablierung eines gemeinsamen Qualifizierungskurses für NäPA und VERAH in Sachsen
- Etablierung des Themas Kinderschutz als festen Bestandteil der Teamfortbildungen des Verbandes in Kooperation mit der Sächsischen Landesärztekammer
- Einführung einer Zuckersteuer und Werbeverbote für Kinder
- Verbindliches Primärarztsystem
- elektronisches BTM-Rezept ermöglichen und Aufnahme in Medikationsplan
- Ärzteschaft fordert mehr Forschung zu Indikation und medizinischem Nutzen von Medizinal-Cannabis und warnt vor indikationsferner Verordnungspraxis
- Grundversorgung in Arztpraxen sichern
- Änderung Abgabetermin HZV-Quartalsabrechnung
- Anpassung der Kilometerpauschale bei Hausbesuchen
- Unreflektierte Point-of-Care Untersuchungen
- Sachliche und unverzerrte Kommunikation der AOK Sachsen zur HZV sowie Auftrag an den Vorstand zur konstruktiven Weiterbefassung im Schiedsverfahren
Darüber wurden die vom Vorstand neuen Formate des "Teamfestivals" sowie der "First 5 Academy" bestätigt, welche einerseits die Praxisteams "auf Augenhöhe" weiterbilden bzw. unseren jungen hausärztlichen Nachwuchs binnen der ersten 5 Jahren nach dem Berufsstart für den Praxisalltag fit machen.
Zuletzt wurde den Delegierten die neue "HZV-Einschreibeoffensive" einschließlich Unterstützungsmaterialien für unsere Mitglieder vorgestellt, welche inzwischen fast 11 Mio. Versicherte bundesweit umfasst.
Zusammenfassend betonte die Versammlung die Bedeutung einer starken, berufsständischen Vertretung, um die hausärztliche Versorgung auch künftig flächendeckend vor dem aktuellen Hintergrund der Einsparungen der Finanzkommission im ambulanten Bereich sicherzustellen. "Dies insbesondere, da die HausärztInnen bundesweit kurz vor der Einführung eines flächendeckenden, hausärztlichen Primärversorgungssystems stehen bzw. dieses bereits praktizieren. Einsparungen in unseren sächsischen Hausarzt-Praxen sind daher kontraproduktiv!", so Dr. med. Ostendorf.